Dieser Mythos taucht häufig in Kombination mit Berichten über Schlafstörungen, Kopfschmerzen, „Druck auf den Ohren“ oder sogar Herz-Kreislauf-Problemen auf – oft ohne nachprüfbare medizinische Diagnose. Die Behauptung lautet: „Windräder senden Infraschall aus, der unhörbar, aber gesundheitsschädlich ist – sogar in mehreren Kilometern Entfernung.“
Fakt:
- Infraschall bezeichnet Schall mit Frequenzen unterhalb von 20 Hz – er liegt unter der bewussten Hörschwelle des Menschen, ist aber technisch messbar. Infraschall ist ein ganz alltägliches Phänomen: Er entsteht bei Wind, Wetter, Verkehr, Haushaltsgeräten – und sogar im menschlichen Körper (z. B. durch den Blutfluss).
- Windkraftanlagen erzeugen ebenfalls Infraschall, jedoch in sehr geringer Intensität. Die vom Windrad ausgesendete Infraschall-Amplitude ist so gering, dass sie auch bei empfindlichen Menschen physiologisch nicht mehr erfassbar ist – etwa über Druckrezeptoren im Ohr, der Haut oder dem Nervensystem.
- Ab etwa 300–500 Metern Abstand ist der von Windrädern erzeugte Infraschall kaum noch vom natürlichen Hintergrundpegel unterscheidbar.
Quelle & mehr Informationen:
Landesinstitut für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (2020)
