Fakt: PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) werden in der Industrie breit eingesetzt – auch in der Energietechnik. In Windkraftanlagen können sie in geringen Mengen in Rotorblattbeschichtungen, Dichtungen, Kabelisolierungen und Schmierstoffen vorkommen. Laut der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA, 2023) sind diese Verbindungen chemisch sehr stabil und während der Nutzungsphase fest im Material gebunden. Messbare Freisetzungen aus laufenden Anlagen sind bislang nicht nachgewiesen.
Das größere Risiko entsteht am Ende des Lebenszyklus – also beim Rückbau, Recycling oder der Entsorgung von PFAS-haltigen Faserverbundstoffen. Hier können durch Zerkleinerung, thermische Behandlung oder unsachgemäße Deponierung langlebige Fluorverbindungen in die Umwelt gelangen.
Auch eine US-weite Screening-Studie (Andrews et al., 2022) zeigt, dass solche PFAS-Freisetzungen im Energiesektor typischerweise mit Produktions- und Abfallprozessen, nicht aber mit der Nutzung technischer Anlagen verbunden sind.
Wichtig: Der gesamte Energiesektor (die Windkraft ist hier nur ein kleiner Teil) stößt im Jahr 55 Tonnen PFA-Substanzen aus. Im Vergleich zu den über 38000 (!) Tonnen PFAS-Ausstoß durch fluorierte Gase oder über 22000 Tonnen Ausstoß über Textilien, Polster, Teppiche etc. ist das ein enorm kleiner Teil. Der MDR hat diese Erkenntnisse der European Chemicals Agency visuell aufbereitet:

Wir haben unseren Projektierer Alterric gebeten, zu prüfen, ob bei den geplanten Anlagen am Lindenrain PFAS-haltige Materialien verwendet werden und werden uns auch nach der Entsorgung am Ende der Nutzungsdauer erkundigen. Updates hier sobald die Info verfügbar ist!
Quellen:
Andrews et al. (2022): Presumptive Contamination – A New Approach to PFAS Contamination Based on Likely Sources. Environmental Science & Technology Letters.
Cieślewicz et al. (2025): End-of-Life Strategies for Wind Turbines: Blade Recycling, Second-Life Applications, and Circular Economy Integration
European Chemicals Agency (2023): REACH Annex XV Restriction Report – PFAS (REST PFAS Report)
https://de.wikipedia.org/wiki/Per-_und_polyfluorierte_Alkylverbindungen
https://www.bundestag.de/resource/blob/1098886/WD-8-031-25.pdf
