Eine Mitstreiterin aus Simmozheim hat uns folgende Zeilen geschrieben:
„Gedanken einer Simmozheimerin: Welche Motivation haben die Windkraftgegner?
Interessiert verfolge ich die Aktivitäten des Vereins WaldErhalt e.V. – doch je vehementer gegen mögliche Windkraftanlagen im Simmozheimer „Gerechtigkeitswald“ argumentiert wird, desto mehr drängt sich mir eine grundlegende Frage auf:
Geht es hier ausschließlich um Naturschutz – oder spielen darüber hinaus andere Interessen eine Rolle?

Unbestritten ist: Natur- und Wasserschutz sind wichtige Anliegen. Doch wer den Ausbau der Windkraft ablehnt, darf nicht ausblenden, dass unsere Wälder langfristig nur durch konsequenten Klimaschutz eine echte Überlebenschance haben. Die zunehmende Trockenheit und der Schädlingsbefall infolge der Klimakrise bedrohen unsere heimischen Wälder bereits heute massiv.
Der Ausbau erneuerbarer Energien ist daher kein Widerspruch zum Waldschutz, sondern ein wesentlicher Bestandteil davon.
Neben der ökologischen Dimension hat die Debatte auch eine klare finanzielle Seite. Durch die Blockade möglicher Windkraftanlagen verzichtet Simmozheim auf jährliche Pachteinnahmen im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Diese Mittel fehlen u.a. bei der Sanierung/Unterhaltung von Kitas und Schule, bei Angeboten für unsere Jugend, Seniorinnen und Senioren sowie bei der dringend notwendigen Instandhaltung von Straßen und Gehwegen. Wer Umweltschutz fordert, sollte auch Verantwortung für die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde übernehmen. Ökologie und Gemeinwohl gehen oft Hand in Hand.
Vor diesem Hintergrund ist Transparenz besonders wichtig.
Der Vorsitzende des Vereins WaldErhalt e.V. ist zugleich in der Fliegergruppe Renchtal als 1. Vorsitzender engagiert, deren Segelflug-Gelände sich in einer nicht allzu weiten Entfernung (Kreis Freudenstadt) befinden. Dass Windkraftanlagen Auswirkungen auf den Luftraum haben können, ist bekannt. Umso wichtiger ist es, offen zu benennen, welche wirklichen Interessen hier möglicherweise ebenfalls berührt sind. Es entsteht zumindest der Eindruck, dass unter dem Deckmantel des Naturschutzes eigentlich andere Belange eine Rolle spielen könnten.
Im Grunde ist es ja nichts Verwerfliches, sich um seinen Verein/sein leidenschaftliches Hobby zu sorgen. Vermutlich sind viele andere Segel- und Gleitflug-Freunde ebenfalls nicht von einem Ausbau der WK begeistert. Das einfach nicht zu thematisieren, finde ich dennoch nicht fair. Viele SimmozheimerInnen sind nun verunsichert und fragen sich, ob Windkraft der richtige Weg ist, nicht zuletzt weil der Vorsitzende vom WaldErhalt e.V. bewusst unbegründete Ängste schürt um zu seinem Ziel zu kommen!
Um sich eine fundierte und informierte Meinung bilden zu können, ist es meines Erachtens nach essentiell, die Absichten zu kennen, die hinter den jeweiligen Informationsquellen stecken. Das gilt gleichermaßen für Gegner und Befürworter!
PS: Transparent wäre es beispielsweise ebenso, zu erwähnen, dass auch bei Segelflugzeugen die ganz normale Erosion an den Oberflächen – verursacht durch Wind, Wetter und feine Partikel – zur Freisetzung von Mikropartikeln und PFAS führt. Gewiss, die Menge des Abriebs pro Segelflugzeug mag im Verhältnis geringer sein. Doch Kleinvieh macht auch Mist!“
Die zentrale Frage bleibt daher: Dient der Widerstand tatsächlich dem langfristigen Erhalt unseres Ökosystems – oder konkurrieren hier die Interessen eines Hobby-Segelflugvereins mit dem Gemeinwohl und dem nachhaltigen Schutz unserer Natur?
Deswegen erinnern wir den Vorsitzenden gerne an seine Aussage vom 10.02.2026:
Größenordnungen wie Straßenverkehr oder Schuhabrieb sollten doch im Vergleich keine Rolle spielen, oder?
