In dieser Folge geht es um private PV BatterieSpeicher. Diese waren vor wenigen Jahren noch verhältnismässig teuer, so dass die Kosten/Nutzen Abwägung vielfach negativ ausfiel.
Die Speicherpreise haben sich in den letzten Jahren halbiert, die Einspeisevergütungen gehen nach unter, ist es Zeit nochmal zu rechnen?
Ich gebe hier ein einfaches Beispiel, einfach mal für das eigene Haus nachrechnen!
Transkript:
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unserer Hörserie: heute widmen wir uns einer Frage,
die viele Hausbesitzer mit Photovoltaik-Anlage beschäftigt: Batteriespeicher – rechnet sich das
mittlerweile?
Die alte Weisheit
Erinnern Sie sich noch? Wer vor fünf, sechs Jahren seine PV-Anlage geplant hat, kennt vermutlich
diese Situation: Der Berater sagt – Batteriespeicher, ja, das wäre schon toll. Aber ehrlich gesagt…
ziemlich teuer. Und dann noch diese begrenzte Lebensdauer der Akkus…
Das Fazit damals? Ganz klar: „Das rechnet sich einfach nicht.“
Was hat sich geändert?
Aber die Zeiten haben sich dramatisch gewandelt. In den letzten zwei, drei Jahren ist etwas
Bemerkenswertes passiert:
Die Preise für PV-Akkus sind regelrecht weggeschmolzen. Lithium-Eisenphosphat-Akkus sind
heute nicht nur deutlich günstiger, sie sind auch extrem zuverlässig geworden. Gleichzeitig – und
das ist entscheidend – sind die Einspeisevergütungen so niedrig wie nie zuvor.
Zeit also, unsere Annahmen zu überdenken?
Die Autarkie-Frage
Schauen wir uns die nackten Zahlen an: Eine typische große Dach-PV-Anlage erreicht ohne
Batteriespeicher einen Selbstversorgungsgrad von etwa 30 bis 40 Prozent übers Jahr.
Mit einem passend dimensionierten Speicher? Da kommen wir auf bis zu 80 Prozent Autarkie.
Die entscheidende Frage lautet also: Kann dieser höhere Selbstversorgungsgrad die zusätzlichen
Investitionskosten in vernünftiger Zeit wieder einspielen?
Rechnen wir es durch
Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Eine 10 Kilowatt-Peak-Anlage.
Ohne Speicher kostet die heute komplett installiert rund 15.000 Euro. Ein 10-Kilowattstunden
Speicher? Der hat vor zwei Jahren noch zusätzliche 10.000 Euro gekostet – heute bekommen Sie
den schon für unter 5.000 Euro.
Szenario 1: Ohne Speicher
Unsere 10-Kilowatt-Peak-Anlage liefert übers Jahr etwa 10.000 Kilowattstunden. Bei einem
Haushalt mit 5.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und 35 Prozent Eigenverbrauchsanteil sieht
die Rechnung so aus:
1.750 kWh direkt aus der PV genutzt – bei 35 Cent pro Kilowattstunde sind das 612,50 Euro gespart
3.250 kWh müssen aus dem Netz bezogen werden
1.137,50 Euro Kosten
8.250 kWh Überschuss ins Netz eingespeist
bei 8 Cent Vergütung macht das 660 Euro
Virtueller Gesamtertrag: knapp 1.273 Euro pro Jahr.
Die Anlage hätte sich damit in etwa 12 Jahren
amortisiert.
Szenario 2: Mit Speicher
Jetzt packen wir einen Speicher für 5.000 Euro dazu – Gesamtinvestition: 20.000 Euro.
Der Selbstversorgungsgrad steigt auf 80 Prozent:
– 4.000 kWh aus Speicher und PV – 1.400 Euro gespart
– 1.000 kWh aus dem Netz – 350 Euro Kosten
– 6.000 kWh Überschuss eingespeist – 480 Euro Vergütung
Virtueller Gesamtertrag: 1.880 Euro pro Jahr . Amortisationszeit? Nur noch etwa 11 Jahre
Der Blick in die Zukunft
Und hier wird es richtig interessant: Was, wenn die Einspeisevergütung weiter sinkt oder ganz
wegfällt? Dann rechnet sich eine PV-Anlage praktisch nur noch mit maximiertem Eigenverbrauch.
Die gute Nachricht: Die Voraussetzungen für hohen Eigenverbrauch entstehen fast von selbst –
wenn Sie Ihre Heizungswärmepumpe, Ihre Warmwasserwärmepumpe und Ihr E-Auto aus der
eigenen PV versorgen.
Unser Fazit
Die Zeiten haben sich fundamental geändert. Mit den drastisch gefallenen Preisen für
Batteriespeicher gilt heute:
Eine Neuinstallation macht eigentlich nur noch mit Speicher Sinn.
Und selbst für Bestandsanlagen – sofern der Wechselrichter vorbereitet ist – kann sich die
Nachrüstung eines Speichers durchaus lohnen.
Die alte Weisheit von damals? Sie gilt nicht mehr. Heute heißt die Devise: Eigenverbrauch
maximieren, Unabhängigkeit gewinnen.
Vielen Dank fürs Zuhören! Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren Sie uns gerne. Und
wenn Sie selbst Erfahrungen mit PV-Speichern gemacht haben – schreiben Sie uns! Bis zum
nächsten Mal!
Quellen:
Zu diesem Podcast sind keine speziellen Quellen angeben, Kosten und Preise wurden aus
einschlägigen PV Portalen and Anbietern getitelt, ebenso die mittleren Strom Preise.
Die Kalkulation ist als Beispiel zu verstehen, jeder Haushalt mag etwas andere Verbräuche und
Tarife haben
