Vorstellung der Initiative Prowindkraft Simmozheim am Infotag Windenergie der Gemeinde Simmozheim am 10.02.2026:

Um unseren Wald wirklich zu schützen, brauchen wir vor allem eines: weniger Treibhausgase. Es geht also nicht darum, Windkraft zu verhindern – sondern darum, die Ursache des Problems anzugehen. Ich weiß, es ist schwer zu begreifen, wie real der Klimawandel ist. Vielleicht nicht für uns heute – aber ganz sicher für unsere Kinder und Enkel.
Ich bin Felix Braungart
studiere Bauingenieurwesen und bin in Simmozheim aufgewachsen. Ich habe hier den Waldkindergarten im Gerechtigkeitswald besucht und viel Zeit meines Lebens in unseren Wäldern verbracht. Mir liegt diese Landschaft sehr am Herzen. Mein persönlicher Lieblingsort ist die kleine Wanderhütte auf dem Hörnle. Dort sitze ich manchmal, schaue in die Natur, genieße den Sonnenuntergang und freue mich über den Blick in den Wald. Vielleicht haben ja auch Sie einen solchen Ort?

Initiative Prowindkraft Simmozheim: Friedemann Auwärter, Christian Kraft, Felix Baungart
Unsere Verantwortung
Mich schmerzt der Gedanke, dass genau diese Natur in Zukunft nicht mehr so sein könnten, wie wir sie heute kennen. Deswegen ist es unsere gemeinsame Aufgabe, die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern.
Der größte Teil unserer Treibhausgasemissionen entsteht laut Umweltbundesamt bei der Energiegewinnung – rund 84 %. Diese Emissionen kommen hauptsächlich durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe. Hier liegt der entscheidende Hebel, an dem wir etwas verändern können.
Windenergie hat dabei einen wesentlichen Vorteil: Im laufenden Betrieb ist sie nahezu emissionsfrei.
Natürlich entstehen Emissionen bei Bau und Rückbau einer Anlage – aber sie sind nur ein Bruchteil dessen, was Kohle- oder Gaskraftwerke verursachen. Darüber hinaus profitieren wir auch als Gemeinde: Wir stärken ein dezentrales Stromnetz, machen uns unabhängiger von Importen, und die Energiequelle selbst kostet uns nichts.
Warum auch im Wald?
Die Frage, wieso Windkraftanlagen im Wald stehen müssen, ist dabei vollkommen berechtig und zeigt ja, dass vielen von uns die Natur am Herzen liegt.
Der Wald wird sich aber durch die Klimaveränderungen stark wandeln. Der Blick auf den Wald, die Artenzusammensetzung, die Baumarten, all das wird sich verändern, ob wir es wollen oder nicht. Genau deshalb ist es sinnvoll einmal abzuwägen.
Felix Braungart
Der Flächenbedarf einer Windkraftanlage ist kleiner als ein Fußballfeld, ca. ein halber Hektar dauerhafte Fläche, um genau zu sein. Das ist ein überschaubarer Eingriff. Gleichzeitig spart eine einzige Anlage im Laufe ihrer Betriebszeit ein Tausendfaches dessen an CO₂ ein, was die Fläche im Wald, die eine Anlage benötigt, binden kann.
Wenn wir den Wald wirklich erhalten wollen, müssen wir CO₂ einsparen.
Für die nächsten Generationen
Für mich stellt sich daher nicht die Frage, ob Windräder das Landschaftsbild verändern. Die Frage lautet:
Mit welchen Argumenten wollen wir später unseren Kindern und Enkeln gegenübertreten?
Vielleicht: „Wir wollten die Aussicht nicht verändern“ oder „Wir wollten uns nicht umstellen“?
Die Extremwetter, die wir heute schon erleben – Starkregen, trockene Sommer, weniger Schnee – sind erste Vorboten dessen, was zukünftige Generationen viel stärker spüren werden. Deshalb sollten wir sagen können: Wir haben Verantwortung übernommen. Wir haben versucht, das Schlimmste zu verhindern. Und genau das können wir durch Windkraft in Simmozheim tun. Es ist ein Zeichen an die junge Generation, dass wir bereit sind, unseren Teil beizutragen.
Risiken der Windkraftanlagen
Das sollte nicht unbedacht passieren, denn es gibt natürlich auch gerechtfertigte Bedenken, und wir wollen euch diese nicht verschweigen. Bei uns zum Beispiel ist die Trinkwasserversorgung besonders wichtig. Sie macht uns in Simmozheim unabhängig und darum müssen wir sehr sorgfältig mit ihr umgehen.
Doch betrachtet man es genauer, machen die möglichen Windkraftanlagen etwa 0,13 % der Fläche des Wasserschutzgebietes aus. Gleichzeitig haben wir bereits Straßen, Neubaugebiete, Landwirtschaft und Gewerbe, die ein hundertfaches an Fläche im Vergleich ausmachen – alles Nutzungen, die ein vielfach höheres Risiko für das Grundwasser darstellen als sieben Windkraftanlagen. Es geht darum, Risiken realistisch einzuordnen und in einer Relation zur Umwelt zu sehen.
Auf was es ankommt:
Eine erfolgreiche Energiewende braucht Mut. Sie braucht gemeinsames Handeln. Und sie braucht die Bereitschaft, nicht einfach weiterzumachen wie bisher.
Wir stehen vor der Frage, ob wir als Gemeinde bereit sind, einen Beitrag zu leisten. Ich wünsche mir, dass wir später sagen können: Wir haben Verantwortung übernommen. Für unseren Wald. Für unsere Heimat. Für uns heute, und für die Menschen, die nach uns kommen.
Infostände am Infotag Windenergie der Gemeinde Simmozheim am 10.02.2026:




