Wie Calw von Windrädern profitieren will

Zusammenfassung des Artikels im Schwarzwälder Bote von Felix Biermayer vom 04.02.2024 09:00 Uhr

Die festgelegten Windkraft-Vorrangflächen bei Stammheim liegen überwiegend auf Calwer Gemarkung an der Grenze zu Wildberg und Gechingen, und sind als WC16, WC17 und WC28 definiert.

1. Wo liegen die Flächen genau?

  • WC16: Westlich der B296, hinter dem Lindenrain, 47 Hektar (hauptsächlich Calw, teils Wildberg) mit möglicher Erweiterung um etwa 50 % auf Wildberger Seite.
  • WC17: Östlich der B296, auf Höhe Lindenrain, Richtung Gechingen und Stammheim, 98 Hektar (mehrheitlich Calw, kleine Anteile Gechingen/Wildberg).
  • WC28: Südöstlich der Haselstaller Höfe auf Wildberger Gemarkung, 36 Hektar, grenzt an Deckenpfronn, Gechingen und Aidlingen.
  • Deutlicher Abstand zur Bebauung: mind. 800 Meter zu Stammheim, 1380 Meter zu Holzbronn.

2. Was haben die Kommunen vor?

  • Calw, Wildberg und Gechingen starten ein Interessenbekundungsverfahren, um gemeinsam einen wirtschaftlichen Partner für Bau und Betrieb der Windräder auszuwählen.
  • Ziel ist, Bürgerbeteiligung, direkte finanzielle Vorteile für die Stadt und regionale Wertschöpfung zu sichern (zum Beispiel Gesellschaftsanteile für Bürger oder Beteiligung von ENCW/Schwarzwald Energy).
  • Die Details zu Beteiligung, Pachtangebot und Umsetzungsvarianten werden im Verfahren geklärt; Bewerberfirmen müssen bis Ende Februar Angebote machen.

3. Was sind die Rahmenbedingungen?

  • Die Flächen sind Teil eines Vorranggebietskonzepts, was einen schnellen Bau ermöglicht.
  • Umweltprüfung größtenteils bereits erfolgt; Artenschutzgutachten und Windmessungen stehen noch aus, um die Wirtschaftlichkeit abschließend zu bestätigen.
  • Kann kein passender Betreiber gefunden werden, bleibt Bau von Windrädern möglich, weil Vorrangflächen als solche bestehen bleiben, und das Vorhaben ohnehin umgesetzt wird.

4. Wer profitiert davon?

  • Die Kommunen profitieren von Pachteinnahmen durch Anlagen auf gemeindeeigenem Wald, verbleibende Erlöse gehen teils an ForstBW bzw. an das Land.
  • Direkte Bürgerbeteiligung ist vorgesehen, um die Wertschöpfung in der Region zu halten.
  • Einnahmen (z.B. 100.000 Euro/Jahr pro Kommune) stärken Haushalte und steigern die regionale Akzeptanz.

5. Was sagt der Gemeinderat?

  • Mehrheitliche Zustimmung für das Interessenbekundungsverfahren, nur zwei Gegenstimmen (AfD).
  • Forderungen: Rückbauverpflichtung für Betreiber (SPD/Grüne), sachliche Information der Bürger und Einbindung von Kritikern (Linke, CDU).
  • Skepsis: Einzelne Gemeinderäte und Landwirte zweifeln an Windhöffigkeit und verweisen auf frühere unwirtschaftliche Messungen, akzeptieren aber die Notwendigkeit.
  • Mehrheit lobt Fortschritt und Pragmatismus, Ortsräte in Stammheim und Holzbronn hatten bereits mit Zustimmung und Bürgerbeteiligung entschieden.

Nach oben scrollen