Windkraftanlagen im Lindenrain: Vogelschlag und notwendige Schutzmaßnahmen

Windenergieanlagen können insbesondere für große Vögel und Fledermäuse eine Gefahr darstellen. Diese Gefahr ist jedoch im Vergleich zu anderen Umweltfaktoren eher gering und variiert je nach Standort. Besonders betroffen sind große Vogelarten wie Mäusebussard, Milan und Schwarzstorch, die potenziell mit den Rotorblättern in Konflikt geraten können. Seit 2022 gibt es gesetzliche Vorgaben, die den Einbau von Abschaltautomatik-Systemen vorschreiben.

Diese Regelungen wurden in einigen Statistiken zu getöteten Vögeln oder Fledermäusen durch Windkraftanlagen noch nicht berücksichtigt.

Durch die Optimierung dieser Abschaltautomatik, insbesondere durch den Einsatz von Gondelmonitoring, kann der Vogelschlag weiter deutlich reduziert werden. Moderne Windkraftanlagen sind mit immer fortschrittlicheren Technologien ausgestattet, welche das Risiko für Vögel und Fledermäuse erheblich verringern.


Die Grundlage für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen des Windparks Lindenrain bildet die Strategische Umweltprüfung. Ergänzende Informationen aus der Bevölkerung sowie aus dem Gondelmonitoring fließen in diese Bewertung mit ein.

Für den Windpark Lindenrain ist eine moderne Windenergieanlage mit Gondelmonitoring geplant. Im Folgenden ein Überblick über den aktuellen Stand:

Faktencheck

Abschaltautomatik: Diese mittlerweile veraltete Technologie schaltet die Anlage nach festen Regeln (z. B. nach Zeit oder Wetterbedingungen) ab. Sie erkennt jedoch keine Tiere direkt.

Gondelmonitoring: Diese moderne Technik erkennt Tiere wie Vögel und Fledermäuse im direkten Umfeld der Windkraftanlage und ist damit gezielter und effizienter. Die Technologie basiert auf einer direkten Tiererkennung und reduziert die Gefahr von Kollisionen erheblich.

Ein Beispiel für ein modernes Gondelmonitoring ist das System BirdVision. Es nutzt KI-basierte Algorithmen zur präzisen Erkennung von Vögeln und Fledermäusen und schaltet die Windkraftanlage automatisch in den Trudelbetrieb, wenn sich ein Tier auf weniger als 200 Meter nähert. Dieses System wird bereits im Windpark Rote Steige bei Michelsfeld, Landkreis Schwäbisch Hall, eingesetzt.

Die Windparkbetreiber sind bereit, diese modernen Überwachungssysteme zu installieren, da sie nicht nur den ökologischen Nutzen erhöhen, sondern auch den Wirkungsgrad der Anlagen steigern und somit den ökonomischen Nutzen fördern.

Hinweis: Das Risiko für viele Vogelarten (z. B. Amseln oder Meisen) durch Rotorblätter ist aufgrund der Höhe der Windkraftanlagen relativ gering, da die meisten heimischen Waldvögel nicht über 50 Meter fliegen. Das Gondelmonitoring berücksichtigt jedoch auch Zugvögel, die in höheren Luftschichten fliegen.

Ausblick und Beteiligung

Es besteht noch Handlungsbedarf. Die Bevölkerung kann sich aktiv einbringen und sicherstellen, dass der Artenschutz bei der Planung des Windparks Lindenrain berücksichtigt wird. Der Projektierer Alterric ist verpflichtet, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Lassen Sie uns die Installation des modernsten Gondelmonitoringsystems in die Gemeindeverwaltung und bei Alterric einbringen. Informieren Sie die Klimainitiative Gechingen (KIG) oder Windkraft Pro Lindenrain, wenn Sie besondere ökologische Beobachtungen im Bereich des Windparks Lindenrain bis zu einem Radius von etwa 3 km machen (z. B. Horste von Milanen). Diese Hinweise werden mit den vorhandenen ökologischen Daten abgeglichen und die Ergebnisse mit der Umweltbehörde und dem Projektierer diskutiert.

Gemeinsam können wir den Vogelschlag im Windpark Lindenrain so gering wie möglich halten.


Weiterführende Informationen:

Gesetzliche Regelung zur Abschaltautomatik seit 2022: https://www.fachagentur-wind-solar.de/wind/natur-und-artenschutz

BirdVision: https://birdvision.org/stadtwerke-schwaebisch-hall-setzen-fuer-windpark-auf-birdvision-12-07-2024

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